Milchpulver für die Kollegen

Lebensmittelprobleme in China

Als ich das erste Mal zu unserer Niederlassung in China flog, sprach sich mein Besuch wie ein Lauffeuer bei meinen chinesischen Kollegen herum. In kürzester Zeit hatte ich 3 Emails, in denen ich gebeten wurde Milchpulver für Babys aus Deutschland mit zu bringen.

Ein seltsames Gastgeschenk, dachte ich mir. Aber ich machte mich in die nächste Drogerie auf. Und kaufte mehrere Packungen von dem Hipppulver, bis mein Koffer halb voll war.

Vor Ort war die Freude groß. Ich habe noch niemanden gesehen, der sich so über Milchpulver gefreut hat. Voller Begeisterung zahlten sie mir den Preis, den ich in Deutschland bezahlt hatte. Und schenkten mir mit vielen Dankbekundungen einen Hello-Kitty-Händemuff. Ich habe nicht allzu großen Nutzen von einem Muff. Deswegen bedankte ich mich mit einem breiten Lächeln überschwänglich, brachte ihn zurück nach Deutschland, wo er in der Krimskramskiste vor sich hin staubt.

Woher kommt der Notstand?

Kaum zu Hause angekommen setzte ich mich an meinen Rechnung und recherchierte, wie es kommt, dass man sich so über Milchpulver freut. Ich fand einen Artikel über einen Lebensmittelskandal in China, bei dem viele Babys und Kleinkinder schwer erkrankten und teilweise starben. Seitdem ist das Vertrauen in die Marke gesunken. Chinesische Eltern lassen lieber das Pulver für den dreifachen Preis aus dem Ausland importieren. Ein neuer Markt hat sich erschlossen, wo Zwischenhändler gutes Geld verdienen, in dem sie die Regale im Ausland leer kaufen. Da macht es Sinn, dass meine Kollegen mich regelmäßig fragen, ob ich Milchpulver für den Orginalpreis mitbringen kann.

Link zum aktuellen Stand in China:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/babynahrung-chinas-regierung-will-von-deutschem-milchpulver-unabhaengig-werden-1.3817017

 

Chanzhou in China

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