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Modernes Filmbusiness

Weiße Sternchen im Filmbusiness

Ein Aushang prangt an der Pinnwand eines Touristenrestaurants und ich denke mir, „Cool, ich war noch nie Komparse.“ Schwupps bin ich angemeldet für einen französischen Film, der in Indien spielt.

Pro Drehtag verdiene ich 2.000 Rupien (etwa 33 €). Die Unterkunft wird gestellt. Die Anfahrt zum Drehort bezahlt. Und es gibt drei Mahlzeiten am Tag.

Der erste Drehtag

Der erste Drehtag fängt früh an, weil alle 300 Komparsen in die Kostüme, Perücken und Maskerade der französischen Kolonialzeit in Indien schlüpfen müssen. Der Schauplatz ist der Hof eines Fords. Die Hauptdarstellerin wird heute geköpft. Aber in letzter Minute kommt der Prinz auf dem Elefanten angeritten, um sie zu retten. Ich gehöre zum Publikum – eine wohlhabende Dame mit einem Ehemann, den ich vor 10 Minuten kennen gelernt habe. Die ersten Reihen besetzen die Weißen und dahinter sitzen die Inder in ihrer traditionellen Kleidung als wohlhabende Kaufleute. Aber auch der Prinz hat ein indisches Gefolge mit Turban und Sperren.

Weiße in Indien

Hier handelt es sich um einen französischen Film. Deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch Personen mit weißer Haut mitspielen. Aber auch viele andere Filme, die von indischen Produktionen gedreht werden benötigen Quotenweiße. Deswegen häufen sich die Angebote, wenn man mal in der Kartei der Filmemacher ist. Die Geschichte kommt moderne und internationaler rüber, wenn immer wieder mal weiße Haut im Film aufblitzt.

Mehr Geschichten über Indien

Das Schönheitsideal in Südindien

Ein Fluss im Zigeunerdorf

Welttoilettentag

Ohne Toilettenzugang

Vergangenen Montag, am 19. November war Welttoilettentag.
Viele von euch werden sich, in wahren Sinne des Wortes, fragen »Was soll der Sch…?«. Muß es für alles und jeden einen speziellen Tag geben?

Ich muss zugeben, ich habe auch nie verstanden, warum es den Tag der Jogginghose gibt. Aber der Welttoilettentag macht in meinen Augen Sinn.

4,5 Milliarden ohne

Für uns aus Industriestaaten ist der Zugang zu sicheren Toiletten selbstverständlich. Aber für 4,5 Milliarden Menschen auf der Welt nicht. Davon verrichten geschätzt 893 Millionen öffentlich ihr Geschäft und die andern gehen in unhygienische, defekte, schwer zugängliche und öffentliche Einrichtungen.*

Ich habe eine Zeitlang in Süddindien gelebt und dort haben geschätzt ⅓ der Dorfbewohner keine Toilette gehabt. Sie gingen am Morgen und in der Abenddämmerung aufs Feld oder hinters Haus.

In Kamerun an der Grenze zu Nigeria, war ich an einem kleinen Dorf am Meer. Die Hütten bestanden aus Wellblech und ein paar Bretter und dort lebten Familien, die vom Schmuggel zwischen den beiden Ländern lebten. Kein idyllischer Ort, an dem man sich gerne unter die Palmen legt und den Sonnenuntergang genießt. Dort passiert jeden Morgen zum Sonnenaufgang und abends zur Dämmerung ein Ereignis, das für jeden Westler befremdlich ist. Alle Dorfbewohner wachen etwa zur gleichen Zeit auf, wenn die Sonne über den Horizont lugt. Das komplette Dorf stapft bis zur Hüfte in die Brandung des Meeres und verrichtet ihr Geschäft. Das Gleiche passiert im Schutz der Dämmerung erneut.

Umweltprobleme

Ausscheidungen gelangen in die Umwelt. Flüsse werden verschmutzt, die Menschen und Tiere als Trinkwasser nutzen. Krankheiten werden verbreitet. Und ich möchte mir nicht vorstellen, wie ich mich fühlen würde, wenn ich jeden Tag aufs Feld hinter meinem Haus gehen müsste und jeder zuschauen kann.

* Quelle: Newsletter von Ingenieure ohne Grenzen – https://ingenieure-ohne-grenzen.org/de/presse/kampangen/welttoilettentag-2018-wenn-die-natur-ruft

 

Toiletten in der Welt

Toiletten in Südchina

 

Das Schönheitsideal in Südindien

Umso weiter ich von der Stadt aufs Land kommen, umso traditioneller wird es. Die Frauen haben ein einheitliches Bild von einem Schönheitsideal, dem sie in meistens allen Punkten nachgehen. Hier einige Schönheitsvorkehrungen, die mir im Staat Tamil Nadu auf den Dörfern aufgefallen sind:

Jasminblumen

Kleine Jasminblüten werden in Handarbeit an einen langen Faden geknüpft. Verkauft werden diese Ketten im Ellenmaß und für 10 Rupien bekommt eine Frau eine Elle Jasminblüten, die beim Tragen durch den ganzen Raum duften. Wie ein Aphrodisiakum für die Männer.

Punkt auf der Stirn

Ein kleinen Sticker, Bindi genannt, wird zwischen die Augenbrauen geklebt. Dieses Bindi gibt es in allen Farben und Formen und bedeutet nicht, dass die Frau verheiratet ist. Es wird als Schön angesehen und komplementiert das Outfit. Das Bindi wirkt wie ein drittes Auge, mit Blick in die Seele.

Zu dem Bindi kann ein roter Strich im Haaransatz kommen, der anzeigt, dass die Frau verheiratet ist. Und weitere Punkte in rot, gelb und weiß, wenn sie an einer Puja (Zeremonie) teilgenommen hat.

Lange, dicke Zöpfe

Inderinnen haben dickes Haar. Auf den Dörfern tragen alle Mädchen ihre Haare lang, die zu einem dicken, schwarzen Zopf gebunden wird, der lang auf den Rücken hängt. Bei Tanzveranstaltungen, werden zusätzlich Kordeln daran gebunden, damit der Zopf noch länger aussieht.

 

Helle Haut

Die erfolgreichen Frauen im Fernsehen sind die mit heller Haut. In Nordindien haben die Frauen bereits die hellere Haut. Die Damen im Süden kämpfen hingegen mit Mittelchen gegen ihre schwarze Haut an. Cremes, die ein bleichen der Haut versprechen. Oder einfach das Gesicht und Arme heller pudern.

Schmuck

Schmuck ist wichtig. Plastik, Silber oder Gold – alles ist möglich, je nach Status der Frau. Eine bestimmte Regel gibt es nicht. Gold ist oft für die verheiratete Frau, weil sie den Schmuck zur Hochzeit geschenkt bekommen hat. Silber und Plastik ist für unverheiratet erschwinglich. Aber nicht jede verheiratete Frau trägt ihren Goldschmuck im Alltag.

Wichtig ist der Nasenring, den alle Frauen, ab dem Tag ihrer ersten Periode tragen. Ohrringe, eine Kette und Armreifen. Bei den Armreifen reichen im Süden Indiens ein paar wenige an einem oder beiden Armen. Die Fußkettchen werden nur im Doppelpack verkauft. Ein Kettchen tragen nur Touristen oder Prostituierte. Dabei gibt, umso schwerer und mehr Glöckchen dran hängen, umso besser.

Kein Make-Up

Auf den Dörfern ist Make-Up verpönt. Make-Up ist nur für böse Mädchen, die ihre Eltern Schande machen und nichts im Leben erreichen werden.

Keine Tätowierungen

Auch Tätowierungen deuten auf ein böses Mädchen hin. Vor allem wird dieses Bild geprägt von Kinofilmen, wo die Bösen oft von tätowierten Mädchen gespielt werden.

Kleidung

Alltagskleidung ist eine Hose, eine passende Tunika und ein Schal dazu. Jeans und T-shirt würden die Frauen niemals tragen. Als besonders schön wird der Sari gesehen, ein 6 Meter langer Stoff der kunstvoll um die Frau gewickelt wird. Dabei ist zu beachten das die Knie und Schultern bedeckt sind, und der Busen sich nicht an einem engen Oberteil abzeichnet.

 

Ein ruhiges, liebes Mädchen

Mädchen werden zur Zurückhaltung erzogen. Ruhig und brav.

 

„Das Schönheitsideal in Südindien“ weiterlesen

Ein Fluss im Zigeunerdorf

Armut in Indien

Immer wieder wird mir die gleiche Frage gestellt, „Hast du viel Armut in Indien gesehen?“

Und dann komme ich jedes Mal ins Nachdenken. Ich war lange Zeit im Süden von Indien und Armut verbinde ich mit den Slams von Delhi, wo Weisenkinder verstümmelt werden, um mehr Mitleid beim Betteln zu verursachen. Aber so etwas habe ich nie gesehen. Ich muss dazu sagen, dass ich auf dem Land gelebt habe. Es wäre sicher noch mal anders gewesen, wenn ich in dem 3 Stunden entfernten Chennai gewohnt hätte.

Also ich krame in meinen Gedanken, weil ich immer noch darüber nachdenke, wo ich Armut gesehen habe und frage mich, woran ich das fest machen soll.

Ich schaue auf Wikipedia nach, wie dort Armut definiert wird und finde: „Armut bezeichnet im materiellen Sinn als Gegenbegriff zu Reichtum primär die mangelnde Befriedigung der Grundbedürfnisse nach Kleidung, Nahrung, Wohnung und Erhaltung des Lebens. …“

Befriedigung der Grundbedürfnisse? Ich komme ins Grübeln. Die meisten Inder im Staat Tamil Nadu haben ein Haus (sei es aus Holz, Wellblech oder Stein), tragen saubere Kleidung und sehen nicht unterernährt aus.

Absolute Armut und relative Armut

Dann lese ich weiter auf Wikipedia, „Zu wirtschaftlicher Armut im engeren Sinne gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Festlegungen. Zum einen die absolute Armut, bei der einer Person weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag zur Verfügung stehen, zum anderen die relative Armut, bei der ein Einkommen deutlich unter dem mittleren Einkommen eines Landes oder Staates liegt. …“

Jede Frau und jeder Mann, die ich kennen gelernt habe und die nicht studiert haben oder beim Staat arbeiten, bekommen ein Durchschnittsgehalt von 1,0 US-Dollar am Tag. Wenn ich also nach der relativen Armut gehe, dann sind geschätzt 90% der Dorfbewohner in Tamil Nadu arm. Aber mein Bauch grummelt ganz komisch, wenn ich über diesen Satz nachdenke. Diese Leute würden sich nicht als arm sehen. Sie leben in sauberen Steinhäusern, gehen einer ordentlichen Arbeit nach, haben 3 Mahlzeiten am Tag und sind angesehen in der Dorfgemeinschaft.

Schauen wir uns mal die relative Armut an. Jeder gilt als arm, der deutlich weniger als das mittlere Einkommen im Land verdient. Da ich keine Statistiken habe, überlege ich wer wirklich weniger hatte als andere. Und vielleicht auch keine Perspektive hat. Und da fallen mir zwei Gruppen ein:

  1. In den Touristenstraßen sind mir täglich Kinder aufgefallen. Sie tragen alten aber ordentlicher Kleidung und haben kleine selbstgenähte Säckchen verkauft. Jeden Tag fragte ich sie, warum sie nicht in der Schule sind. Und jeden Tag bekam ich die Antwort, „Heute ist keine Schule.“ Wer nicht in die Schule geht, kann keinen Abschluss machen und wird keine Arbeitsstelle bekommen, in der er wenigstens 1,0 US-Dollar am Tag verdient. Kinder ohne Perspektive.
  2. Dann fallen mir noch die Zigeuner ein, die ihre Zeltstadt an meinen Arbeitsweg aufgebaut hatten. Zelte, aus Stoffresten und Plastikplanen zusammen geschustert. Kleidung, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Und Menschen, die den ganzen Tag ohne erkennbare Aufgabe zwischen den Zelten sitzen, sich streiten oder im Staub stochern. Als dann auch noch die Monsunzeit kam, verwandelte sich die Zeltstadt in einen Bach. Alle Gegenstände, die nicht befestigt waren wurden in den Wochen des abfließenden Wassers mitgerissen. Geschlafen wurde auf aufgeständerten Betten im Zelt, durch das der Fluss knöcheltief durch floss.

Eine andere Definition der Absolute Armut

Diese Menschen kamen der Definition des ehemalige Präsident der Weltbank, Robert Strange McNamara, für den Begriff der absoluten Armut am nächsten: „Armut auf absolutem Niveau ist Leben am äußersten Rand der Existenz. Die absolut Armen sind Menschen, die unter schlimmen Entbehrungen und in einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen, der unsere durch intellektuelle Phantasie und privilegierte Verhältnisse geprägte Vorstellungskraft übersteigt.“

Indien meiden, um keine Armut zu sehen?

Erst vor kurzem hat mir ein Bekannter aus Deutschland gesagt, er würde niemals nach Indien reisen, weil er die Armut nicht sehen will. Wenn er in den Urlaub fährt, dann will er sich erholen.

Gerade letzte Woche habe ich eine Dokumentation im Fernsehen gesehen und dort wurde berichtet, dass in Europa in 2017 jeder 4 Bürger als arm definiert wird, wegen erheblicher materiellen Entbehrungen. Bei meiner Recherche im Internet fand ich einen Artikel, in dem jeder 5te Deutsche unter der Armutsgrenze angesiedelt ist.

Was will ich andeuten?

Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Armut ist für mich ein schweres Thema, dass man nicht so einfach pauschalisieren kann.

Es ist Fakt, dass es viele Leute gibt, die weniger haben als andere auf dieser Welt. Und die Schere geht immer weiter auseinander.

Auch kann man sagen, dass es Armut in jedem Land gibt.

Und man kann davon ausgehen, dass jede Person Armut für sich individuell definiert. Während der eine seinen Reichtum in Freundschaften findet, empfindet der nächste sich als Arm, wenn sein Smartphone kaputt gegangen ist.

Armut auf Wikipedia:  https://de.wikipedia.org/wiki/Armut#Absolute_und_relative_Armut

Armut in Deutschland: https://www.tagesschau.de/inland/armut-deutschland-105.html

 

Auf dem Land von Tamil Nadu

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Weitere Geschichten über Indien

Die Bahn kommt

Da steht eine Kuh auf der Veranda

 

 

 

Die Bahn kommt

Der große Zugcheck: Deutschland vers. Indien

Bei dem Satz „Zug fahren in Indien“ laufen sofort Bilder im inneren Augen ab, von überfüllten Zügen, an dessen Türen und auf dessen Dach unzählige Menschen sitzen und hängen. Züge, die sich durch Slums schlängeln und dazwischen über einen Wochenmarkt haarscharf an den Buden vorbeischrammen. Ich kenne diese Bilder auch von Dokumentation im Fernsehen, aber in Indien habe ich diese Züge nicht gesehen. Das kommt wahrscheinlich daher, dass ich nicht auf den Pendlerstrecken, wie nach Delhi rein, unterwegs war, sondern Langstrecken gefahren bin, wo es geordneter zugeht.

Fahrdistanzen im gleichen Land

Deutschland

Indien

Ich habe mal nachgeschaut und es wäre möglich von Garmisch Patenkirchen nach Flensburg in 11 Stunden zu fahren, also einmal durch Deutschland durch in einem Tag. Von Thiruvananthapuram im Südindien nach Amritsa in Nordindien benötigt man 3 Tage am Stück im Zug. Und es gibt wirklich Züge die eine so weite Strecke durch fahren. Ich selbst war 45 Stunden am Stück im gleichen Zug unterwegs, um von Viluppuram nach Varanasi zu kommen.

Jeder hat seinen zugeteilten Schlafplatz. Die Toilette ist ein Loch im Zugboden mit einem Waschbecken in einem kleinen Raum. Bei der einzigen Steckdose im Wagon wechselt man sich ab. Und etwa alle 3 Stunden kommen Zugangestellte vorbei, die Chai anbieten oder ein Reisgericht.

Komfort während der Reise

Deutschland

Indien

Economy-Class für den allgemeinen Pöbel und First-Class für die, die sich etwas leisten wollen. Der Unterschied ist: mehr Beinfreiheit, mehr Ruhe und etwas Verpflegung. Hier gibt es die Wahl zwischen mehreren Klassen.

Die Holzklasse, in der sich mehrere Personen auf eine Bank drücken, ein dünner Mann in die Gepäckaufbewahrung unter dem Dach zwängt und zwischen den Bänken noch zwei Ziegen und 10 Inder auf dem Boden sitzen.

In den Schlafabteilungen geht es „geordneter“ zu, weil dort reservierte Plätze vergeben werden, die nicht überbelegt werden. Das heißt, man kann sich zwischen Schlafwagen mit Klimaanlage oder ohne entscheiden und noch die Klasse bestimmen. Umso hochwertiger, umso teurer.

Natürlich kommt es wieder darauf an, auf welcher Strecke man sich befindet. Denn in Zügen mit Kurzstrecken wird es nur wenig bis keine Liegeplätze geben und in den Langstreckenzügen weniger Sitzplätze.

Tickets vorbestellen und kaufen

Deutschland

Indien

Am Schalter oder am Automaten, Wochen vorab oder 2 Minuten bevor der Zug fährt (wenn man ihn dann noch erwischt) und schon kann die große Fahrt losgehen.

Nur ein Sitzplatz ist nicht garantiert.

In Indien ist es ratsamer mit einigem Vorlauf die Tickets zu kaufen. Denn wenn es keine Plätze mehr gibt, dann darf man auch nicht mehr mit. Also vor allem bei den Langstrecken ist das der Fall. Denn wer will schon 2 Tage am Stück in der Holzklasse, nach jedem Halt um seinen Platz kämpfen müssen?

Die Tickets sind Namengebunden. An der Tür am Zug sind Listen angebracht, die die Namen der Leute für diesen Wagon anzeigen.

Wer keine Tickets im Voraus bekommen hat, hat 2 Tage vor der geplanten Reise noch mal die Chance sehr früh morgens Tickets zu ergattert. 5 Uhr eine Nummer am Bahnhof gezogen, bis 7 Uhr gewartet und dann geht alles sehr schnell. Das letzte Kontingent an Tickets wird in ganz Indien verhökert, solange der Vorrat reicht. Die Leute, die um 9 nach 7 mit ihrer Nummer an den Schalter gerufen werden, bekommen vielleicht noch ein Ticket, aber die um 10 nach 7 bleiben vielleicht schon zu Hause.

Zugverspätungen und Pünktlichkeit

Deutschland

Indien

Da ich kein Pendler bin, empfinde ich die Verspätungen der deutschen Bahn nicht als besonders störend, aber das Image ist landesweit bekannt und die Beschwerden und demonstrativen Seufzer am Bahnsteig häufen sich, wenn die Laufschrift auf der Tafel eine Verspätung des Zuges um 5 bis 50 Minuten ankündigt. Ich bin in Indien nicht annähernd so oft Zug gefahren wie in Deutschland, aber kein einziger Zug war verspätet. Das liegt vermutlich daran, dass die Taktungen nicht so eng sind wie bei uns. An jeder Haltestelle sind lange Aufenthalte eingeplant, die eine Verspätung puffern würden.

 

In Indien

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Öffentliche Verkehrsmittel in anderen Ländern

Die Metro in der Luft

 

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Reisen ohne Straßen

 

 

Eine Pooja zum Baubeginn

Der Bau muss gesegnet werden

Der Plan war es die Schule durch eine Werkstatt zu erweitern. Der Bauplatz war frei geräumt, das Baumaterial auf dem Lagerplatz gleich daneben und die Arbeiter standen bereit. Doch es konnte noch nicht losgehen.

Denn in Indien braucht jedes Bauvorhaben den Segen der Götter, damit keine Unfälle während der Arbeiten passieren.

Der Segen der Götter

Wir versammelten uns am Morgen. Die Maurer, die Lehrer, die Arbeiter, die Schüler und die Auftraggeber, also die Schulleitung. Alle scharrten sich um die Senke, die später am Tag zur ersten Fundamentgrube ausgehoben werden sollte. Die Maurer hatten bereits alles vorbereitet: Ziegelsteine, eingerieben mit gelbem Pulver und verziert mit Rotem, Süßigkeiten, Bananen, Räucherstäbchen und Reis als Opfergabe auf ein Palmenblatt gelegt und 3 große Eimer gefüllt mit Wasser.

Der Schulleiter sagte ein paar Worte, gefolgt von dem ranghöchsten Maurern. Ich übergab den Maurern einige Geldscheine als Wertschätzung für ihre Arbeit, die sie verrichten werden und ihren Status zu festigen. Während ich als Bauleiterin den ersten Eimer Wasser in die Senke goss, kam einer der Lehrer auf mich zu und segnet mit dem Rauch, der von einem Öllämpchen kam, zuerst die Baustelle und dann mich. Ich schwenkte mir den Rauch über den Kopf, um mich zu reinigen und tauchte meinen Zeigefinger in das gelbe und rote Pulver für den Poojapunkt, den ich mir selbst zwischen die Augenbrauen setzte. Nach mir kamen alle anderen dran. Immer der Reihe nach.

Die Zeremonie dauert eine Stunde. Noch am selben Tag konnten wir mit dem ausheben des Fundamentes starten. Erst wenn die Mauern stehen und das Dach drauf gesetzt wird, wird es die nächste Pooja geben.

 

 

Irumbai in Südindien

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Da steht eine Kuh auf der Veranda

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Zu jedem ordentlichen Haushalt in den Dörfern von Tamil Nadu gehört eine Kuh. Sie zeigt einen gewissen Wohlstand und manche geben auch noch etwas Milch.

Die Kuh als Haustier

Doch ein Stall ist an den selbst gebauten Häusern nicht vorgesehen, denn es reicht die Kuh auf der Veranda übernachten und tagsüber durch das Dorf trotten zu lassen. Sie wird am Abend von alleine wieder zurückkommen. Bei unseren Nachbarn hat die Kuh sogar jeden Abend an der Tür angeklopft, um sich zurück zu melden und der Hausherr kam raus, um sie festzubinden. Gefressen wird was am Straßenrand wächst oder herumliegt. Also auch der ganze Plastikmüll, der die Kühe krank werden lässt und sie damit keine Milch mehr geben. Aber die Kuh gehört zur Familie und deswegen darf sie weiterhin auf der Veranda wohnen.

Das Dorf Irumbai im Süden von Indien

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