Dali und sein See

Eine kleine Anekdote zur Politik und Naturschutz in Südchina

Die Stadt Dali ist in unseren Augen eine Kleinstadt, aber im Vergleich zu chinesischen Städten ein Dorf. Dali liegt zwar über 2000 Meter über dem Meeresspiegel, aber es wurde von den Chinesen zu einem der zwei Orte in China gewählt mit dem besten Klima im Land. Die Stadt am See hat nur zwei Jahreszeiten, Frühling und Herbst, und liegt eingebettet zwischen grünen Wäldern.

Das hat alles nicht viel mit Politik und Naturschutz zu tun, aber so bekommt ihr einen kleinen Überblick wo wir uns befinden.

Politik in den 90iger Jahren

Vor 20 Jahren erkannte der Staat, dass die Menschen um den See sehr arm sind. Um die Lebensqualität in der Provinz Yunnan zu erhöhen, subventionierte der Staat den Kauf von Vieh.
Diese Maßnahme hat gegriffen. Die Menschen in der Region haben an Wohlstand gewonnen. Hilfreich war, neben dem Erlös aus der Viehzucht, das gute Klima, denn über die letzten Jahre hat sich die Touristenbranche entwickelt. Dali gilt als das Mekka für Rucksacktouristen und als ich da war, sind im Minutentakt Busse mit Chinesen vorgefahren, die durch die Altstadt geführt wurden.

Politik und Naturschutz heute

Seit etwa 2 Jahren wird in China verstärkt auf den Naturschutz geachtet.

Zum Beispiel wird in Peking empfohlen nur 3 Tage in der Woche das Auto zu nutzen. Aber zur gleichen Zeit macht der Staat verstärkt Werbung, dass die Leute sich die neusten Modelle kaufen sollen.

Dann gibt es überall in den Städten eine Müllentsorgung. Entweder ein Müllauto mit Musik fährt durch die Straßen und wenn die Leute die Musik hören, werfen sie ihren Müll auf die Ladefläche. Oder man sieht hunderte Frauen, die die Straßen lupenrein kehren.

In Dali wurde erkannt, dass der See wichtig für das Ökosystem ist und auch für den Tourismus.
Letztes Jahr beschuldigte der Staat die Bewohner von Dali den See verschmutzt zu haben. Und zwar mit dem gleichen Vieh, dass sie vor 20 Jahren gekauft haben. Der Staat beschuldigt nun die Leute, obwohl er es selbst vor zwei Jahrzehnte vorgeschlagen hat.
Seitdem das Fischen im See verboten ist, leben wieder große Fische darin.

Um den See zu schützen, wurden vor einem Jahr Restaurants geschlossen, die in der näheren Umgebung von 200 Metern zum Ufer lagen. Eine Restaurantbesitzerin erzählte, dass sie erst kurz vorher eine teure Modernisierung vornehmen musste, was ihm die Beamten von Staat aufgedrückt hatten. Zu dieser Zeit war noch nicht die Rede von einer Schließung. Durch Gerüchte hat sie (Stand Juli 2018) Erfahren, dass sein Restaurant vielleicht bald abgerissen wird. Es gibt keine offiziellen Information und es gibt keinen Termin dafür. Es kann sein, dass irgendwann ein Abrißtermin durchsickert, der dann verschoben wird und wieder verschoben und plötzlich sind sie da.
Aber es wird keine Entschädigung dafür geben.

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Toiletten in Südchina

Wer braucht schon Türen?

Toiletten ohne Türen

Eine gemütliche Kabine, in der man in Südchina sein Geschäft erledigen kann, ist selten. Es erscheint dem schockierten Westler, als ob Chinesen keine Privatsphäre benötigen. Eine Kabine ohne Tür ist schon der Luxus.

Viel mehr Überwindung kostet die Rinne mit kleinen Zwischenwänden.

     

Für Männer ist es normal neben einem fremden Herren zu stehen. Aber für Frauen ist es ungewohnt, die Nachbarin dabei zuzuschauen. Und nicht nur, dass man nebeneinander hockt – nein – die einzelnen Boxen sind durch eine einzige Rinne verbunden und unter einem fließen die Machenschaften der Nachbarin durch.

Da heißt es, Augen zu und durch!

 

Toiletten mit Türen

Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Chinesen Anweisungen brauchen, wenn mal eine Kabine mit Tür vorliegt.

(Also, die gute Nachricht ist, dass es auch die „normale“ Variante gibt)

Kaum hat ein Klo eine Tür, tauchen die kreativsten Anbauten auf, die den Westler schmunzeln lassen.

Toilettenkarte

Ein Bildschirm, der live anzeigt, welche Toilettenkabine frei ist. Durch die Türen ist nicht mehr einsehbar, welche Kabine leer ist.

Hinweisschild

Ein Schild an der Toilettentür, dass man für seinen eigenen Vorteil die Tür schließen sollte.

Ein logischer Schluss für einen Europäer. Aber das Schild wird schon seinen Grund haben.

 

Ihr Kinderlein kommet

1 Kind Politik

China war seit Anfang der 80iger Jahre bekannt für seine 1 Kind Politik. Ein notwendiger Schritt, in den Augen der Politiker, denn die Bevölkerungswachstumsrate stieg von Jahr zu Jahr , bis es über 1,3 Milliarden Chinesen auf der Welt gab. Wo sollen die Lebensmittel her kommen? Der Wohnraum? Oder andere Ressourcen?

Über die Jahrzehnte hinweg war es Familien nur erlaubt ein Kind zu haben (Für einige Familien gab es Ausnahmen). Wer ein Zweites bekam musste eine hohe Strafe zahlen. Auf Wänden wurde mit Sprüchen geworben, dass nur eine Familie mit einem Kind glücklich ist.

 

Probleme aus der 1 Kind Politik

Doch diese Einschränkungen verursachten unerwartete Probleme.

Vor allem die chinesische Gesellschaft auf dem Land war darauf angewiesen einen Sohn zu haben. Der Sohn kann auf dem Feld helfen, die Eltern im Alter versorgen und bringt mit der Hochzeit eine Tochter ins Haus. Wenn jede Familie nur ein Kind haben darf, hoffen alle Eltern auf einen Sohn. Es war nicht selten, dass Eltern alles dafür taten, um einen Sohn zu bekommen. Aber über die Jahre stellte sich ein neues Problem heraus. Es fehlte an Mädchen, die die Söhne heiraten würden. So kam es, dass es ganze Landstriche (vor allem im Norden von China) gibt, in denen nur Singlemänner leben. Für diese Männer gibt es sogar einen eigenen Begriff „Ausgetrockneter Ast“. Es war nicht angesehen, als Single zu leben und so mussten sich die Familien etwas ausdenken.

Nur noch Männer mit großen Wohnungen in der Stadt oder einem guten Job bekamen die wenigen Frauen ab. Ganze Familien zogen aus Wohnungen aus, damit der ledige Sohn mit der Stadtwohnung werben konnte. In Stadtparks entstanden Singlebörsen, bei denen Eltern Fotos und Lebensläufe ihrer Söhne auf hingen, um eine Frau für ihn zu finden.

Die Verzweiflung bei den Übriggebliebenen wurde so hoch, dass sich eine ganze Entführungsindustrie entwickelte. In ganz China werden seit Jahren Mädchen als Baby oder Kleinkind entführt, um sie in den Norden zu verkaufen. Die Familien mit den Söhnen, ziehen die Mädchen auf, um sie später mit ihren Söhnen zu verheiraten. Weil sich nicht jede Familie ein entführtes Mädchen leisten kann, kann es auch sein, dass ein Mädchen für ein ganzes Dorf gekauft wird.

Als ich von den Entführungen hörte, dachte ich, es handelt sich um Ausnahmen. Denn die Geschichten klangen für mich wie aus einem Hollywoodfilm. Doch als ich das letzte Mal mit meinen Kollegen in China zum Essen zusammensaß, berichtete ein Vater, dass er eine 7jährige Tochter hat. Er lässt sie keinen Augenblick aus den Augen. Sie darf nicht bei Freunden übernachten und nicht alleine zur Schule laufen. Sie wird überall hin gebracht und abgeholt, weil er Angst vor einer Entführung hat.

https://www.focus.de/panorama/welt/zehntausende-faelle-in-china-gedeiht-das-geschaeft-mit-dem-babyhandel_id_4541866.html

Weitere Folgen der 1 Kind Politik ist die Alterung der Gesellschaft. Es kommen zu wenig junge Leute nach, die die alten Menschen versorgen können. Mit jedem Jahr gehen mehr Menschen in Rente, als auf den Arbeitsmarkt strömen und somit hat China das Problem, die Renten zu finanzieren.

China steht in den nächsten Jahrzehnten vor großen Problemen aus der 1 Kind Politik. Deswegen gibt es seit einigen Jahren eine Lockerung.

 

Lockerung und dessen Auswirkung

Seit November 2016 ist es in China erlaubt zwei Kinder zu haben. Und es wird darüber nachgedacht, das Gesetz auf 3 Kinder zu erweitern.

In der chinesischen Niederlassung meiner Firma gingen Ende 2016 und Anfang 2017 plötzlich fast alle Frauen in Mutterschutz. Der dauert nur wenige Monate in China, aber auf einen Schlag fehlten meine Ansprechpartnerinnen, weil sie Kinder bekamen.

Aber der Erhoffte Aufschwung der Geburtenraten blieb aus!

Im ersten Jahr ging die Geburtenrate hoch, weil sich viele Familien das erhoffte zweite Kind gönnten. Doch im Jahr 2018 sind die Geburten wieder runter gegangen.

Der Staat tut alles um für ein zweites Kind zu werben. Sprüche an den Wänden. Werbung im Fernsehen mit einer glücklichen, vierköpfigen Familie. Aber die Kinderknappheit ist nicht nur mit dem Drehen an einer Schraube gelöst. Viele Freunde meiner Kollegen wollen kein zweites Kind aus einem ganz anderen Grund …

… die Ausbildung für ein Kind ist zu teuer.

Deswegen bleiben die meisten Familien bei einem Kind und die Überalterung der chinesischen Gesellschaft, wird noch einige Jahrzehnte ein Thema bleiben.

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Harte Betten

Kein Bett, in dem ich geschlafen habe, war angenehm weich. In jeder Nacht musste ich mich mehrmahls umdrehen, weil ich mich auf den harten Matratzen wund gelegen habe.

Und das waren nur die Matratzen, die für Touristen vorgesehen sind. Wahrscheinlich eine weiche Wolke in der Sicht der Südchinesen. Denn die Chinesen, die ich auf die harten Betten angesprochen haben, haben sogar gesagt, dass sie fast auf einem Brett schlafen. Die Matte, die auf dem Holzgrund liegt ist so dünn, dass sie nur wenig Polsterung bietet. Aber sie mögen es so.

Ich bevorzuge lieber eine weiche Matratze.

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Das Schönheitsideal in Südchina

Was trägt frau heute?

Wir Frauen sind doch auf der ganzen Welt gleich. Wir wollen gut aussehen – einmal für uns und dann für die anderen.

Doch in vielen Kleinigkeiten unterscheiden wir uns auch. Was in einem Land als Schön angesehen wird ist in einem anderen Land genau das Gegenteil von der aktuellen Mode.

Auch ich habe es schon erlebt, dass ich in einem Land ein Kleidungsstück innig geliebt habe und so oft getragen habe wie es die Hygiene zulässt. Aber sobald ich zurück in Deutschland war hat es sich nicht mehr richtig angefühlt. Das Lieblingsstück wanderte in die hinterste Schrankecke und wurde nie wieder gesehen.

 

So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass auch in Südchina die Frauen einen eigenen Stil und Schönheitsideal entwickelt haben.

 

Kleidung

 Grundsätzlich unterscheidet sich die Kleidung der Frauen nicht viel von unserer Deutschen. Aber wenn man genauer hin schaut ist die Kleidungswahl etwas mutiger, bunter und exzentrischer.

Sehr modisch ist es zurzeit einen transparenten Rock über einen kurzen Rock oder eine Hose zu tragen.

Oder Oberteile bzw. Kleider mit aufgenähten Federn.

In den Dörfern werden noch oft die traditionellen Kleider getragen. Die verschieden Hüte und Kleidung zeigen zu welcher Gruppe die Person gehört und in welchem Lebensabschnitt sie sich befindend; Single, Verlobt, verheiratet, Großmutter, Witwe, etc.

IN sind auch T-Shirts mit Englischen Sätzen obwohl kaum jemand Englisch spricht. Deswegen fällt es auch nur den ausländischen Touristen auf, dass die meisten Sprüche auf den Shirts keinen Sinn ergeben.

Helle Haut!

Die Haut der Leute in Südchina hat etwa dieselbe Farbe wie ein Südeuropäer, nur mit einem asiatische Touch.

Die moderne Chinesin ist jedoch darauf bedacht ihre Haut so hell wie möglich zu halten. Lange Ärmel, große Hüte und Sonnenschirme schützen sie vor der Sonne, die ihre Haut bräunen könnte. Wer noch mehr ins extreme gehen möchte, trägt ein fast weißes Make-Up auf, das ein bisschen an die Maskerade von japanischen Geishas erinnert. Und in den Drogerien können weitere Cremes und Mittelchen gekauft werden, die eine hellere Haut versprechen.

An einem Nachmittag war ich unterwegs, um das Dorf Nuodong zu erkunden. Ich hatte zwar Sonnencreme aufgetragen, aber nach einigen Stunden hatte diese versagt. Am Abend war mein Arm leicht Rot. Kaum der Rede wert in meinen Augen! Aber zwei Chinesinninen standen neben mir und sprachen Minutenlang über meine Sommersprossen auf dem leicht rosanen Grund. Ich habe sie nicht verstanden, aber nach ihrer Minen zu urteilen fanden sie es sehr Lustig jemanden mit einem Sonnenbrand zu sehen.

 

 

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Nur in China

Wo wir schmunzeln müssen

Typisch China?

In China begegnen einem Sachen und Sitiationen, über die man sich noch nie Gedanke gemacht hat oder nie auf die Idee kommen würde das als Lösung anzubieten.

Hier ein paar Dinge, die mich haben Schmunzeln lassen:

Automat für Klopapier mit Gesichtserkennung

Das Gesicht wird gescannt und danach bekommt man 3 Blatt Klopapier. Wahrscheinlich ist das so, damit niemand eine ganze Rolle mit nach Hause nimmt. Das Klopapier ist nämlich kostenlos auf einer öffentlichen Toilette zugänglich.

Geschlitzte Hose für Kleinkinder

Als erstes ist mir der blanke Kinderpopo aufgefallen, obwohl der Junge eine Hose an hatte. Als er sich umdrehte, sah ich, dass die Hose vom hinteren Bund bis zum vorderen Bund offen ist und alles frei liegt, obwohl er Hosenbeine an hat.
Ich habe den Sinn nicht begriffen, weil ich davon ausgehe, dass ein Kleinkind Windeln hat, wenn es das mit der Toilette noch nicht verstanden hat. Aber ich hoffe, dass die Eltern das irgendwie im Griff haben, wenn der Junge im Baggy plötzlich anfängt zu pieseln.

Hinweisschilder für Dinge die logisch sind

Überall hängen Schilder oder es sind Warnhinweise für Dinge die in meinen Augen komplett logisch erscheinen. Entweder der Staat will sich sehr gründlich absichern oder die Leute brauchen wirklich die Anweisungen.

Beipsiel1: Auf fast jeder Toilette steht der Hinweis, die Tür zu schließne. So wäre es angenehmer für den Gast, der auf dem klo sitzt.

Beispiel 2: Der Hinweis „Bitte nicht überqueren“, an einer Stelle, wo es zwei Stockwerke nach unten geht. Es wäre nicht mal eine Abkürzung auf eine Treppe oder Rolltreppe, sondern dahinter ist nur der Abgrund in die Bahnhofshalle.

Toiletten-Landkarte

An einer Sehenswürdigkeit in Süden Chinas habe ich an der Toilette eine Übersicht entdeckt. Sie zeigt Live an, welche Toilette gerade benutzt wird und welche nicht. Das vermeidet ungenutzte Schüsseln und reduziert die Wartezeit.

Männer, die ihrer Frau die Haare auf dem Platz flechten

Mir hat noch nie ein Mann die Haare auf einem öffentlichen Platz geflochten. Oder ich muss mich verbessern. Mir hat noch NIE ein Mann die Haare geflochten.

 

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Sprichwörter

Ich finde Sprichwörter sagen viel über eine Gesellschaft aus. Was sind ihre Werte? Was sind ihre Traditionen? Welche Geschichte hat sie?

Ich habe einige Sprichwörter in China gesammelt, um einen kleinen Einblick in den Alltag zu bekommen.

 

1) Du kannst nicht mit Zikaden über Eis und Schnee reden.

→ Zikaden sind Insekten. Das Sprichwort sagt so viel aus wie, mit dummen Menschen kann man nicht reden.

 

2) Die Quin vor einer Kuh spielen.

→ Die Quin ist ein altes Instrument zu Konfuziuszeiten. Es galt damals als Gebildet, als Kunst, Musik darauf zu spielen. Das Sprichwort erinnert stark an unser „Perlen vor die Säue werfen“, wenn ein gebildeter Konfuziusschüler vor einer dummen Kuh Musik spielt.

 

3) Verrottetes Holz kann nicht geschnitzt werden.

→ Einen alten Mann kann man nicht ändern.

 

4) Wasser holen mit einem Bambuskorb.

→ Nichts wird jemals erreicht werden.

 

5) Er ist wie eine Ratte, die die Straße überquert.

→ Das wird über eine Person gesagt, die man nicht mag. Denn Raten kommen nur bei Nacht heraus und werden nicht gesehen. Wenn sie mal am Tag über die Straße laufen, würden alle Leute rufen „Tötet sie“

 

6) Eine Person hat ein rotes Herz → es handelt sich um eine gute Person mit einem weichen Herz

Eine Person mit einem schwarzen Herz → die Person ist böse

 

7) Er ist der Arsch eines Tigers.

→ Er wird leicht sauer. Sprich ihn nicht an. Berühre ihn nicht. Er wird schnell wütend.

 

8) Ich bin eine Buddhastatue aus ungebranntem Ton, die durch den Fluss watet.

→ Du bittest mich um Hilfe, aber ich brauche selbst Hilfe.

 

9) Mit 15 Eimer Wasser aus einem Brunnen holen. 7 hängen in der Luft und 7 sind im Wasser.

→ Es ist ein Chaos. (es ist nicht klar welcher Eimer schon voll ist und welcher nicht.)

 

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Alternative Währung

Bezahlen mit einer Chat App

Ich war etwas verwundert als ich in einem Café in Kunming stand und die Dame vor mir ihr Handy an einen Scanner hielt um zu bezahlen. Auch im Supermarkt oder am kleinen Straßenstand, an dem Oma ihre Pfannkuchen verkauft habe ich CR Codes gesehen, an die Handys gehalten werden.

Es kann zwar noch mit Geld bezahlt werden, aber die meisten jungen Leute nutzen Alipay oder die ChatApp WeChat um zu zahlen. Man verbindet seine App mit einem chinesischen Konto und ab da hält man nur noch sein Handy an einen Scanner oder an den CR-Code und muss sich nie wieder mit Kleingeld herumschlagen.

Immer wieder taucht die App WeChat auf. Vor 2 Monaten wusste ich noch nicht mal das es diese App gibt, aber in China ist sie unumgänglich. Da viele westliche Homepages gesperrt sind, deckt WeChat alles in einem ab. Eine Chatfunktion wie WhatsApp, Momente mit Freunden teilen wie auf Facebook und bargeldloses Bezahlen sind in WeChat enthalten.

Zum Bargeldlosen bezahlen haben wir in Deutschland kein weit verbreitetes Werkzeug, weil wir von der Mentalität etwas anders gestrickt sind. Auch in anderen europäischen Ländern ist es weit verbreitet mit dem Handy zu zahlen. Aber wir Deutschen lieben unser Geld und fühlen uns sicherer, wenn wir etwas handfestes haben.

 

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Wie essen Chinesen?

Jeder der schon mal einen Kong Fu Film gesehen oder beim Lieblingschinesen um die Ecke bestellt hat, weiß, das im Reich der Mitte mit Stäbchen gegessen wird. Aber was passiert drum herum? Gibt es immer Chinesisch-Süß-Sauer zum essen?

Zum Glück nicht!
Den das chinesische Essen, was wir in Deutschland bekommen, hat nichts mit dem Essen in China zu tun!

Alles auf den Tisch

Eine Mahlzeit besteht oft aus vielen kleinen Gerichten. In einem Restaurant oder bei Chinesen zu Hause bekommt jeder eine kleine Schüssel und die altbekannten Stäbchen. (Wobei die aus Holz besser greifen, als die aus Plastik!)
Neben einer großen Schüssel Reis kommen mehrere Teller mit Essen aus den Tisch. Auf dem ersten Teller sind gebratene Zuckerschoten mit Schweinefleisch. Daneben werden frittierte Tintenfischringe gestellt. Und danach eine undefinierbare Masse mit grünem Gemüse. Etwas Exotisches ist auch dabei, denn auf dem nächsten Teller liegen schwarze Eier, die als die 1000jährigen bekannt sind.
Alles schmeckt gut!
Ich hatte noch keine Mahlzeit in China, die mir nicht geschmeckt hat.
Leider kann man sich die Rezepte nicht einfach aufschreiben und zu Hause genau so nach kochen. Denn dort wo die Gerichte herkommen, schmecken sie 100 Mal besser. Das liegt nicht an meinem Kochkünsten, sondern weil vor Ort einfach alles passt: das richtige Gemüse, das Wasser zum Kochen, die Gerüche in der Umgebung, die Atmosphäre, die Sprache … alles passt.

Hot Pot

Wenn niemand Lust hat zu Kochen gibt es den Hot Pot.
In der Mitte des Tisches steht eine Heizplatte, auf die ein Topf mit kochendem Wasser gestellt wird. Rohes Gemüse, Fleisch, Nudeln, etc. kommen auf den Tisch und alles landet nacheinander im Topf.
Das ganze funktioniert dann wie beim Fondue. Jeder nimmt sich mit seinen Stäbchen aus dem Topf raus, was er haben möchte. Also das Salatblatt oder die Reisnudel raus fischen, in die eigene Schüssel zum Reis legen und essen.
Niemand steht Stundenlang alleine in der Küche!
Und das Essen wird zum netten Miteinander, dass Stunde gehen kann!

 

P.S.:

Die Chinesen sehen uns Westler als Egoistisch, weil wir jeder ein eigenes gericht bestellen, das wir nicht teilen.

 

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Freizeit in Kunming

Kunming ist eine typische Stadt in China mit etwa 4 Millionen Einwohner. Sie liegt im Süden in der Provinz Yunnan, auf der Höhe von Myanmar. Von Peking habe ich mit dem Flugzeug 3 Stunden gebraucht.

Mitten in der Stadt liegt der Jadegrüne Seepark. Ein groß angelegter See der zwischen den Lotusblättern kaum auszumachen und mit Gehwegen, Stegen, Parkanlagen und Plätzen durchzogen ist. Aber egal wo man in den Bambushainen, den Spielplätzen oder bei den Essensbuden steht, immer ist der See zu sehen.

Hier verbringen die Menschen aus Kunming ihre Freizeit.

Ein Frühlingsspaziergang

Ich laufe durch das Eingangstor und schlender auf der Promenade entlang, die durch den See führt. Ein weißer Kranich fliegt an mir vorbei und landet neben einer Lotusblüte im Wasser. Weiter vorne treffe ich auf eine kleine Pagode und übersteuerte Musik aus einer mobilen Anlage dröhnt mir entgegen. 5 Hobbymusiker haben sich darin nieder gelassen und beschallen die Umgebung. Etwas weiter ist die Band sogar noch größer und ein paar Zuschauer tanzen zu dem chinesischen Gesang.

Am Wasserspielplatz bleibe ich eine Weile stehen und beobachte die Kinder, die in Luftkissenrädern durch das Wasser pflügen. 10 Yuan (1,40 Euro) kostet das die Eltern.

Auf einem großen Platz, ein Stück weiter, steht die nächste Musikanlage. Doch dieses Mal läuft eine CD. Eine Gruppe Tänzer hat sich zusammen gefunden, um Choreographien zu tanzen. Die alte Frau daneben schert sich nicht darum und bewegt sich wie es ihr gefällt.

Auch andere machen Sport. Auf einem Holzsteg bei einem Bambushain steht eine alte Dame und übt sich im Thai Chi. Der Mann daneben lässt einfach nur die Arme kreisen und dehnt die Beinmuskeln.

Wilde Diskussionen starten am Rand der Fischpagode. Zwei Männer spielen eine Art Mühle oder Dame. Damit sind sie aber nicht alleine, denn 10 weitere Männer stehen um sie herum und diskutieren lautstark über den nächsten Spielschritt.

Ich bin nicht die einzige, die einfach nur die Atmosphäre genießt. Viele Familien und Liebespaare schlendern ebenfalls durch die Parkanlage und machen Selfis an jeder Blume die sie finden.

Ein toller Ort, an dem man viel beobachten und sich erholen kann. Kunming ist bekannt für sein mildes Klima und wird Frühlingsstadt genannt. Genau so hat sich auch dieser Nachmittag angefühlt. Ein Frühlingsspaziergang zwischen Blumen, Wasser und Menschen, die ihre Zeitzeit genießen.