Ein Ballon für mich

Ein Ballon für mich

30. November 2018 2 Von Rebecca

Eine burmesische Hochzeit

Die ganze Nacht konnte ich kein Auge zu machen. Auch als die Sonne aufging, schallte immer noch die Musik aus übersteuerten Lautsprechern, durch das kleine Dorf am Meer. Ab 100 Dezibel soll jedes Lied gut sein, aber in dieser besagten Nacht war der Beweis erbracht, dass diese Faustregel nicht für jede Musik gilt. Vor allem dann nicht, wenn betrunkene Burmesen Karaoke singen.
Den ganze Abend wurde gefeiert und am Morgen ging es weiter.
Meine Neugierde war geweckt. Ich musste nachschauen, was das war. Denn es gibt eine zweite Regel: Bevor die Party dich stört, sei Teil der Party!

Die Partygesellschaft fand ich schnell.

Einfach der Musik folgen.
Kaum wurde ich gesichtet, wurde ich auch schon von den Dorfbewohnern heran gewunken und in ein kleines Haus geschoben. Nicht alle Gäste hatten in dem Haus platz, trotzdem wurde ich in die kleine Hütte geschoben und befand mich in einer schick gekleideten Gesellschaft wieder – eine Hochzeit. Und so wie es aussah, saß ich genau neben dem Brautpaar, mitten in der Vermählungszeremonie.

Hups.

Der Dorfälteste war gerade dabei mit einem Mikrofon die Geldbeträge zu nennen, die jede Familie an das Hochzeitspaar geschenkt hatte. Und die Damen neben ihm schrieb alles säuberlich auf. Wer hat wieviel gegeben?
Die Zeremonie ging nicht so lange wie die Party zuvor. Innerhalb einer halben Stunde (von 11:30 bis 12:00 Uhr) waren die beiden verheiratet und die Musik verstummte. Ganz plötzlich. Alle gingen nach Hause. Die Party war zu Ende. Eben noch sprach der Dorfälteste, ich bekam das Zeichen, das die beiden jetzt verheiratet sind und alle Frauen stürzten sich auf die Dekoration. Jede wollte eine Girlande oder Luftballon ergattern. Auch ich bekam mehrere Girlanden umgehängt und die Braut steckte mir einen Ballon zu. Was das bedeutet, weiß ich nicht, aber praktisch ist es allemal. Erstes, weil schnell ab dekoriert war und zweites, weil man noch ein Andenken mit nach Hause nehmen konnte.

Was steckt dahinter

Später erfuhr ich, von meinem Hotelbesitzer, dass im November mehr Hochzeiten geschlossen werden als sonst. Es ist nach der Regenzeit und die Bedingungen (welche auch immer das sein sollen – Wetter – Sterne) sind optimal.
Oft kommt es vor, dass sogar zwei oder drei Hochzeiten an einem Tag laufen und man von mehren Seiten mit der Musik beschallt wird. Es ist Tradition die Party vor der Zeremonie zu feiern. Aber in manchen Regionalen passen sich die Burmesen an den Westen an und sie setzen die Feier nach der Zeremonie an.
Und dann sagte er noch etwas, was ich nicht nachvollziehen kann, aber so wiedergebe, wie ich es verstanden habe. Denn in anderen Kulturen erscheint einem nicht alles logisch und manchmal muss man Dinge so hinnehmen, ohne sie zu verstehen.
Ich habe ihn gefragt, ob es sich um Liebeshochzeiten handelt oder sie arrangiert sind.

Die Antwort

Die Antwort passt nicht 100% dazu, aber zeigt trotzdem einen interessanten Aspekt.
→ Immer öfters verlieben sich Paare und beginnen eine Beziehung. Wenn 7 Nachbarn davon mitbekommen, müssen die beiden Heiraten. Vor allem, wenn eine Hochzeit im September oder Oktober stattfindet, wissen alle im Dorf, dass das Paar unerlaubt ein Beziehung angefangen hat. Denn in diesen Monaten heiratet der traditionelle Burmese nicht.

 

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